[Rezension] Tote Mädchen lügen nicht (Jay Asher)




Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Autor: Jay Asher
Seiten: 288
Format: Taschenbuch
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 13.03.2017
Preis: 9,99€ (D) Hier kaufen





Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf »Play« – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die tot ist. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe haben zu ihrem Tod geführt, dreizehn Personen hatten ihren Anteil daran. Clay ist einer davon.



Dieses Buch wollte ich schon so lange lesen und als es dann als Serie angekündigt wurde wusste ich, dass es nicht länger warten darf.

Als Hauptprotagonisten kann man hier grundsätzlich Hannah und Clay nennen, die die ganze Zeit über zusammenwirken. Hannah, die sich umgebracht hat und denjenigen, die Schuld an ihrem Tod haben Kassetten geschickt hat, nimmt dabei natürlich die Hauptrolle ein, während Clay sich die Kassetten anhört und so seine eigene Geschichte zeigt.

Über Clay lernt man Hannah nach und nach kennen und versetzt sich gleichzeitig in seine Situation, weil man natürlich einerseits aus seiner Sicht liest und somit andererseits auch Hannahs Sicht mitbekommt. Beide Charaktere berühren mit ihrer Geschichte, wobei ich sagen muss, dass Hannah mich wesentlich mehr überzeugen konnte und einfach eine sehr starke Position einnimmt, die einen zum Nachdenken anregt. Gerade gegen Ende kommt Clay dann nochmals zum Einsatz und gibt dem Leser durch seine letzten Handlungen in der Geschichte eine wichtige Message mit auf den Weg.

Nebencharaktere gibt es hier allerdings ebenfalls einige und natürlich spielt der ein oder andere eine sehr wichtige Rolle, weil er für Hannahs Tod mitverantwortlich sein muss. So lernt man nach und nach Charaktere kennen, die einem auf Dauer nur unsympathisch werden können und abgesehen von Tony und den beiden Protagonisten mochte ich eigentlich niemanden sonst. Die Namen möchte ich euch trotzdem nicht nennen, weil es viel mehr Spaß macht der Sache selbst auf die Schliche zu kommen ;)

Natürlich fragt man sich während des Lesens ständig: Was kann passiert sein, dass sie sich umbringen wollte und wieso gab es für sie keinen anderen Ausweg? Aber wenn man ehrlich ist, dann gibt es tatsächlich viele Menschen, die keinen anderen Ausweg mehr sehen und letztendlich wirken oftmals so viele Faktoren zusammen, dass man sie kaum noch aufzählen kann. Hannah zeigt dem Leser dies nur zu deutlich und das Wichtigste ist: Sie gibt auch uns als Leser etwas mit auf den Weg.

Dass der Tod einer Person einiges auslösen kann ist denke ich klar und so ist es auch in dieser Geschichte. Menschen denken über ihre Taten nach und erkennen, was sie hätten anders machen können. Dass sie wirklich etwas hätten tun können, um es nicht so weit kommen zu lassen. Kleinste Veränderungen könnten Anzeichen auf Überlegungen sein, die wir nicht einmal annähernd erfassen und verstehen können. Und so merkt man auch während des Lesens, dass für einen selbst unbedeutende Taten eine ganze Lawine auslösen und das Leben eines anderen Menschen sinnlos machen können.



Das Highlight dieser Geschichte war für mich definitiv die Nachricht, die dem Leser Stückchen für Stückchen mitgeteilt wird und die am Ende ein großes Ganzes ergeben. Überlegungen, die einem so womöglich nur selten oder gar nicht in den Kopf kommen, werden hier in die Köpfe der Leser gesetzt und kommen so schnell nicht mehr heraus, denn die Geschichte, die Hannah zu erzählen hat, hat mehrere Ebenen und könnte uns womöglich in ähnlicher Form begegnen. Gerade dieses Natürliche - das Bedürfnis eines Menschen nach Aufmerksamkeit, aber vor allem nach Freundschaft und Liebe, das letztendlich nicht erfüllt wird und so zu einem Selbstmord führt - zeigt doch nur, dass es auch uns passieren kann und dass wir viel deutlicher auf uns, aber auch auf andere achten sollten. Eine Geschichte beinhaltet immer mehrere Taten und mehrere Personen und Hannah veranschaulicht dies nur zu gut. Sie berührt einen mit ihren Worten und zeigt, dass man nie nur eine Seite betrachten darf. Und dass die Geschichte über Clay - jemanden, der selbst mit in einer Art Abschiedsbrief steckt - vermittelt wird, macht das Ganze nur noch emotionaler und trotzdem muss ich sagen, dass er mich nicht immer überzeugen konnte. Deshalb gibt es von mir 4 Federn.
An dieser Stelle danke ich dem cbt Verlag für das *Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Das hört sich echt gut an, der Titel spricht einen schon sehr an und das Cover des Buches. Ich kenne das Buch noch nicht, werde es mir aber kaufen und lesen.
    Danke schön für den schönen Tipp :)

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  2. Ich fand das Buch damals auch grandios, und bin nun auch auf die Serie sehr gespannt :)!

    LG Piglet ♥

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  3. Haha, ich habs auch ewig auf dem Wunschzettel liegen gehabt und die Serie war dann der letzte Ansporn für mich, es endlich zu kaufen und zu lesen:D

    Liebst, Lara.

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