[Rezension] Nächstes Jahr am selben Tag (Colleen Hoover)




Titel: Nächstes Jahr am selben Tag
Autor: Nicola Yoon
Seiten: 376
Format: Taschenbuch
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 10.03.2017
Preis: 14,99€ (D) Hier kaufen

Ab 14 Jahren




Ausgerechnet am Abend, bevor sie von Los Angeles nach New York zieht, lernen sie sich kennen: die 18-jährige Fallon, Tochter eines bekannten Filmschauspielers, und der gleichaltrige Ben, der davon träumt, Schriftsteller zu werden. Beide verlieben sich auf den ersten Blick ineinander und verbringen die Stunden vor dem Abflug zusammen. Doch wie soll es weitergehen? Wollen sie sich wirklich auf eine Fernbeziehung einlassen und ihren Alltag nur halbherzig leben? Um das zu verhindern, beschließen die beiden, sich die nächsten fünf Jahr jedes Jahr am selben Novembertag zu treffen, dazwischen jedoch auf jeglichen Kontakt zu verzichten. Und wer weiß, vielleicht, so die Hoffnung, klappt es am Ende der fünf Jahre ja mit einem Happyend. Doch fünf Jahre sind eine lange Zeit - und so kommt ihnen trotz aller intensiven Gefühle, die bei jedem Treffen der beiden hochkochen, ganz einfach das Leben dazwischen. 




Auf den neuen Hoover habe ich mich so, so, so sehr gefreut! Da mir bisher alle Bücher der Autorin gefallen haben und ich die meisten davon sogar herausragend fand, war mir schon vor dem Lesen klar, dass auch dieses Buch nur gut werden kann.

Beginnen tut man die Geschichte mit Fallon, die von Brandnarben gezeichnet ist und sich schwer tut, sich vor anderen zu zeigen und noch Selbstbewusstsein zu haben. Zu Beginn ist sie dementsprechend völlig unsicher, doch man merkt schnell, dass sie Ziele hat und ohne ihre Angst eine Menge erreichen könnte. Abgesehen davon entwickelt sie sich im Laufe des Buches enorm und ist am Ende viel offener und ehrlicher zu anderen und sich selbst als am Anfang.

Einen Großteil davon hat sie Ben zu verdanken, der kurz nach Beginn des Buches dazukommt und in den man sich - auch als Leser - schnell verliebt! Er zeigt Fallon wie schön sie ist und dass die Leute sie nicht ansehen können, wenn sie dafür sorgt, dass sie sich selbst nicht ansehen kann. Er zeigt ihr seine gute Seite und bald darauf auch die, die er niemandem zeigen will. Und auch er entwickelt sich durch Fallon enorm. Kurz nach dem ersten - unglaublich tollen! - Treffen der beiden steht fest, dass sie sich keine Nummern geben, sondern jedes Jahr am 9. November wiedersehen wollen.

Was die beiden dazu bringt sich nur an diesem Tag zu treffen und so daran festzuhalten, müsst ihr selbst lesen. Natürlich bringt so eine Entscheidung Folgen mit sich und die beiden können nicht alles miteinander teilen was sie erleben. Doch man liest immer nur an diesen Tagen aus der Sicht von Fallon und Ben und es ist so schön, dass sie versuchen dem Ganzen eine Chance zu geben und einander zu lieben.

Die Story konnte mich, wie ihr jetzt wahrscheinlich schon gemerkt habt, voll und ganz von sich überzeugen! Ich fand Fallons Begründung für diesen Tag nachvollziehbar, auch wenn sich mit der Zeit etwas verändert hat und ich nicht mehr alles nachvollziehen konnte. Umso dramatischer und schöner wurde die Geschichte rund um die beiden und ich muss zugeben, dass ich wahnsinnig berührt von dieser Liebe war. Es ist eine unglaubliche Geschichte und eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Die Nebencharaktere tragen natürlich auch für einen Großteil dieser Gefühle bei, denn sie sind wieder einmal großartig dargestellt und bekommen alle eine ganz eigene Art und einen ganz eigenen Charakter. Gerade Jordyn mochte ich zu Beginn sehr, auch wenn sich das immer mal wieder geändert hat. Kyle hat vor Fallon einen schlechten Start, wobei das bald darauf aufgeklärt wird und man lernt ihn zu mögen. Im Prinzip mag man die gesamte Familie von Ben, obwohl natürlich alle ihre - völlig menschlichen - Fehler haben.

Bei Fallon sieht es nicht ganz so gut aus, denn ihr Vater wird einem von Anfang an sehr negativ vor Augen geführt und ich hatte das ganze Buch über ein schlechtes Bild von ihm. Gegen Ende ändert sich das noch einmal etwas, doch das macht es nicht viel besser und so bleibt er eine Figur, die nicht unbedingt gut, aber dennoch in Erinnerung bleibt. Ihre Mutter hingegen ist eindeutig der positive Pol und gibt ihr die Stärke, die sie braucht. Gerade gegen Ende nimmt sie eine wichtige Rolle ein, weil sie Fallon zeigt, was sie tun muss. Amber gehört zwar nicht zu Fallons Familie, doch auch sie bleibt im Kopf, weil sie sich für ihre Freundin einsetzt und sich immer positiv zeigt.




Insgesamt kann ich eigentlich nur von dieser Geschichte schwärmen. Ich liebe die Charaktere und ihr menschliches Verhalten. Ich liebe die Art, wie Fallon und Ben einander die Stärke geben, die ihnen kein anderer geben kann und ich liebe die Geschichte der beiden und wie sie zusammenkommen. Gerade die Idee des 9. Novembers ist einfach spannend, denn natürlich ist es schwierig mehrmals ein Jahr lang keinerlei Kontakt zueinander zu haben, obwohl doch offensichtlich ist, dass sie längst ineinander verliebt sind. Fallon überzeugt vor allem durch ihr eher selbstkritisches und ängstliches Verhalten, das sich mit der Zeit enorm wandelt und sie wieder zu der starken und selbstsicheren Persönlichkeit macht, die sie vor ihrem Unfall war. Ben trägt einen großen Teil zu ihrer Wandlung bei und auch wenn sein Geheimnis droht alles zu zerstören, entwickelt auch er sich enorm und letztendlich führt die Liebe die beiden zusammen und macht sie zu besseren Menschen. Es ist eine wahnsinnig berührende, ehrliche und besondere Geschichte, die ich nie vergessen werde. Deshalb gibt es für einen neuen großartigen Hoover 5 Federn und eine Extraauszeichnung!


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