[Rezension] Locked in (Holly Seddon)




Titel: Locked in
Autor: Holly Seddon
Seiten: 432
Format: Klappenbroschur
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 14.03.2016
Preis: 12,99€ (D) Hier kaufen



Du denkst, sie hört dich nicht. Aber du täuschst dich.

Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?




Als ich dieses Buch entdeckt habe, musste ich es unbedingt lesen. Es hat auch nicht lange gedauert, bis ich es angefangen habe und hierbei habe ich mich ganz besonders auf das Locked-in-Syndrom gefreut, weil ich mich für Themen wie diese interessiere. Meine Erwartungen konnte das Buch nur teilweise erfüllen, gefallen hat es mir aber trotzdem.

In diesem Buch gibt es mehrere sehr unterschiedliche Protagonisten. So lernt man die Journalistin und "Alkoholikerin" Alex Dale kennen, dann wiederum die Syndromträgerin, bzw. die Wachkomapatientin Amy, um die sich alles dreht und den ehemaligen festen Freund Jacob, sowie seine Mutter Sue. Insgesamt kann man sich in alle Personen gut hineinversetzen und sollte einem das anfangs noch schwer fallen, vor allem aufgrund der Tatsache, dass das Auseinanderhalten erstmal nicht ganz leicht ist, wird es mit der Zeit immer einacher.

Besonders lieb gewonnen habe ich Amy und Alex, wobei Alex mich mit ihren Alkoholattacken immer wieder etwas genervt hat. Amy hingegen tat mir größtenteils leid, weil sie immer noch in ihrem 15-jährigen Ich gefangen war und keine Ahnung von ihrem tatsächlichen Alter hatte. Das wurde wirklich gut rübergebracht und ich habe unheimlich viel von alledem mitgenommen. Genau deswegen hätte ich mir in der Richtung noch mehr geüwnscht. Jacob habe ich lieb gewonnen, wobei es auch bei ihm immer wieder geschwankt hat. Sie hatten eben alle ihre Geheimnisse und sind ganz normale Menschen und im Grunde genommen lernt man sie alle recht gut kennen, sellbst wenn man nicht alles erfährt. 

Neben ihnen gab es aber auch noch die Nebencharaktere, die ebenfalls unheimlich ausdrucksstark waren und das ist nicht übertrieben. Alle Charaktere hatten etwas unglaublich echtes, das einen immer wieder hat denken lassen, dass es wirklich mal passiert sein muss. Besonders schlimm fand ich Jacobs Familie, weil die drei Brüder, Jacob, Tom und Simon, so unterschiedlich behandelt wurden und es dort irgendwie immer angespannt war. Auch Becky und Jenny fand ich super beschrieben.

Schön war im Prinzip keine der Geschichten, denn alle Personen hatten ihre düsteren Geheimnisse und traurigen Gedankenwelten. Trotzdem muss ich nochmals hervorheben, dass alle Charaktere sehr überzeugend waren, doch dieses Düstere hat mich ziemlich runtergezogen und nachdenklich gemacht. Spaß hatte ich dafür beim Miträtseln um den Täter, womit ich nicht ganz falsch lag ;)

Die Story ist wirklich gut durchdacht und es gab immer wieder etwas zum Rätseln und kennenlernen. Das fand ich sehr gut gemacht und auch unterhaltsam. Schade ist wie gesagt, dass das Syndrom nicht noch näher in den Fokus gerückt ist und das Ende hat mich auch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob ich nun alle Fragen beantwortet habe, doch an sich ergibt alles Sinn.



Wahrscheinlich merkt ihr, dass ich zwiegespalten bin und meine Gedanken nicht richtig in Worte fassen kann. Wenn ich näher auf die Charaktere eingehe, würde ich euch zu viel vorwegnehmen und dementsprechend belasse ich es dabei. Trotzdem sind sie alle sehr überzeugend und vor allem echt gewesen, sodass man das Gefühl hatte Personen beschrieben zu bekommen, bzw. die Story einer Person zu erfahren, die so wirklich existiert. Das hat es für den Leser unglaublich realitätsnah gemacht. Da sich das Buch aber vor allem auf das Locked-in-Syndrom bezieht hätte ich in die Richtung noch etwas mehr erwartet und vor allem gegen Ende auf mehr Ergebnisse gehofft. Das fiel leider eher nüchtern aus, ein paar Erkenntnisse konnte ich aber trotzdem gewinnen. Dafür wurde sehr viel Wert auf das Aufdecken des Täters gelegt und man begleitet Alex sozusagen als absolute Hauptprotagonistin, es gibt schließlich 4 Stück ;) Bei allen vieren, ob nun Alex, Jacob, Amy oder Sue hatte ich gemischte Gefühle und trotzdem versteht man sie, weil man ja praktisch in ihrer Haut steckt. Der eher mäßige Anfang der Geschichte hat sich schnell in Spannung umgewandelt und trotzdem konnte mich das Buch nicht so fesseln, wie erhofft. Es ist alles sehr zwiegespalten und ich hatte einfach noch einen Hauch mehr erwartet, vor allem was Amys Situation gegen Ende angeht. An sich ist die Geschichte aber wirklich gut und das Ende sehr überzeugend, deshalb vergebe ich diesmal 4 Leseschmetterlinge :)
 An dieser Stelle danke ich dem Heyne-Verlag für das *Rezensionsexemplar!


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