[Lesemonat] Juni 2015

Hallihallo liebe Bücherwürmer :)

Endlich sind Ferien und ich kann die Zeit mehr zum Lesen nutzen! Freut ihr euch auch so sehr wie ich? Bevor das Lernen richtig losgeht werde ich so viel wie möglich lesen und den Juli voll und ganz dafür nutzen euch gute, oder eben nicht so gute, Bücher zu rezensieren.
Jetzt komme ich aber erstmal zum Juni, der diesmal ganz in Ordnung war:


Changers-Drew: Den Körper zu wechseln fand ich sehr interessant. Gerade die Frage für wen sich Ethan am Ende entscheidet interessiert mich. Nur die Geheimnisse waren mir nicht ausgeschmückt genug. 4/5 *Rezension*
Warrior Cats: Das Buch hat mir gut gefallen. Es war interessant die Welt des Donnerclans näher kennenzulernen und die Abenteuer mit einem Hauskätzchen zu bestreiten. Nur die Kämpfe waren manchmal zu viel. 4/5 *Rezension*
Die Widerspenstigkeit des Glücks: Ein gutes Buch, das durch die kleine Buchhandlung und die Liebe zu einem Kind überzeugt. Leider auch hier kleine Schwachstellen. 3,5/5 *Rezension*  
Zurück nach Hollyhill: Ein gutes Zeitreise-Buch mit Schwachstellen. Gerade die Protagonistin hat vieles erst spät wirklich wahrgenommen und auch das Buch war ganz anders als erwartet. Gerade der Hype hat es mir kaputtgemacht. 3,5/5 *Rezension*
Du stirbst in meinem Herzen nicht: Ein spannender Thriller, bei dem man bis zum Ende nicht weiß, wer der Täter ist und wo vieles auf den Leser wartet. Leider zu viele Nebencharaktere und einige Worte, die man nicht immer versteht. 4/5 *Rezension*
Hope Forever: Wunderschöne Liebesgeschichte, die ich einfach gebraucht habe. Hier trifft man nicht die typische Art von Liebesgeschichte, sondern auch Probleme, die viel tiefer gehen. Nur Kleinigkeiten waren nicht ganz perfekt, aber Sky eine tolle Protagonistin. 4,5/5 *Rezension*
Looking for Hope: Auch der zweite Teil von 'Hope Forever' konnte durch den Perspektivwechsel, diesmal aus Holders Sicht, überzeugen. Überraschend viele neue Gespräche und Gefühle, sowie Erlebnisse vor dem Zusammentreffen. Leider auch viele Wiederholungen. 4/5 *Rezension*
Die fünfte Welle: Ein Buch für Fans von Rebellen und Dystopien, sowie Außerirdischen auf die andere Art. Hier gab es erst etwas überraschend Perspektivwechsel und auch viele Überraschungen. Manchmal war es nur etwas langatmig. 4/5 *Rezension*

An sich bin ich ganz zufrieden mit dem was ich geschafft habe, dafür, dass ich am Anfang des Monats relativ viel zu tun hatte :) Den Post habe ich diesmal etwas anders aufgebaut und die Seitenzahlen weggelassen. Diese rechne ich dann einfach am Ende zusammen. 
Findet ihr diesen Aufbau auch gut? Oder hat euch der andere besser gefallen?

Was ich auffällig finde ist, dass es kein Buch gab, dass die volle Punktzahl oder sogar eine Extraauszeichnung erreichen konnte. Die höchste Wertung, die ich diesen Monat vergeben habe sind die 4,5 , die von 'Hope Forever' erreicht worden sind. Dieses Buch war wirklich gut und ist perfekt für alle, die eine Liebesgeschichte, aber auch etwas suchen, womit sie sich auseinander setzen können. Diesmal finde ich die Problemwelt nämlich wirklich gut dargestellt. Colleen Hoover ist und bleibt in meinen Augen genial!

Die schlechteste Wertung war diesmal 3,5 , was ich eigentlich sehr gut finde, weil ich so kein schlechtes Buch gelesen habe, sondern nur welche, die ich nicht herausragend fand. Dass viele 4er Bücher dabei waren finde ich gut, hätte mir aber noch mehr in der 'Hope Forever'-Form gewünscht.
Für den nächsten Monat würde ich mir natürlich mal wieder eine Menge herausragender Bücher wünschen :) Wie war euer Monat? Hattet ihr 5-Sterne-Bücher dabei?

Momentan lese ich außerdem den ersten Band von Harry Potter, womit ich allgemein ja etwas spät dran bin. Dort habe ich mittlerweile 235 Seiten gelesen, die zu meiner Monatswertung dazukommen.

Hier seht ihr meine Statistik zu diesem Monat:

Bücher : 8

Deutsch: 8 | Englisch: 0

 Seiten diesen Monat: 3211


So weit weg bin ich also gar nicht von meinen letzten Monaten und bin an sich relativ zufrieden :) Ohne Harry Potter hätte ich übrigens 2976 offizielle Seiten gelesen.

Was sagt ihr dazu? Habt ihr mehr gelesen oder auch Empfehlungen für mich? Ich freue mich auf eure Kommentare :) 

Jetzt komme ich noch zu den Challenges, bei denen ich momentan mitmache:
Team Human*klick* versuche ich immernoch so gut es geht zu unterstützen, habe diesen Monat aber nur 4 Bücher gelesen, die ich dazu zählen kann. Das ist ärgerlich und ich hoffe nicht, dass unser Team darunter leiden muss. Im Juli soll das Ganze dann wieder anders aussehen :)
Bei der Unicorn-Challenge*klick* gebe ich nach wie vor mein Bestes und bin an sich auch ziemlich weit. Mir fehlen nur noch 5 Punkte von 25, die ich aber nach wie vor nicht lösen kann. Mir fehlen einfach 3 ganz blöde Buchstaben. 
Ab Juli soll es dann übrigens noch eine neue Challenge geben, die Nine*klick* und ich gemeinsam bestreiten wollen :) Ich finde es super, dass sie mich deswegen angesprochen hat und bin gespannt auf eure Meinung zu der Idee! Die Challenge wird dann morgen online gehen.    

Macht ihr auch bei Challenges mit und kommt nicht weiter? Oder seid ihr vielleicht schon so gut wie fertig? Ich bin gespannt auf eure Antworten :) 

[Rezension] Looking for Hope (Colleen Hoover)





Titel: Looking for Hope
Autor: Colleen Hoover
Seiten: 409
Format: Taschenbuch
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 01.04.2015
Preis: 9,95€ (D) Hier kaufen

Ab 14 Jahren
 1. Teil: Hope Forever 2. Teil: Looking for Hope




Auf die Vergangenheit zurückzublicken, das hat Dean Holder seit dem Tod seiner Schwester Les erfolgreich vermieden und stattdessen kräftig an seinem Image als Bad Boy gearbeitet. Bis er Sky trifft, die seine Welt von einem Moment auf den anderen aus den Angeln hebt. Denn Sky erinnert Dean an Hope, seine verschwundene Kindheitsfreundin, nach der er seit Jahren vergeblich sucht. In Skys Gegenwart brechen Gefühle auf, die Dean längst verloren glaubte - doch immer mehr wird klar: Um in die Zukunft blicken zu können, muss Dean sich den Geistern seiner Vergangenheit ebenso stellen wie Sky




Nach dem ersten Teil war für mich sofort klar den zweiten direkt hinterherzuschieben, gerade weil ich finde, dass man so besser feststellen kann, was neu ist und was wirklich nur aus anderer Sicht wiederholt wird.

Nach dem Lesen finde ich schon, dass man hier noch viele andere Eindrücke sammeln kann. Gerade den Anfang, also etwa die ersten 100 Seiten, und das Ende fand ich erfrischend neu und vor allem interessant. Aus Dean Holders Sicht gab es nämlich definitiv noch einiges zu erfahren, das er Hope doch nicht so genau gesagt hat und was das Ende angeht wird Teil eins hier noch ein Stück erweitert. Wenn man vorher auch wirklich den ersten Teil gelesen hat ist das hier sogar ein befriedigenderes Ende, weil man so Teil eins und zwei zusammenfassen und die Puzzleteile ineinanderfügen kann.

Was allerdings auch stark auffällt, wenn man Teil zwei direkt hinterherschiebt ist, dass ich als Leser viele Dialoge einfach übersprungen habe, weil ich sie von Teil eins noch genau so wusste und teilweise schon mit aufsagen konnte. Wenn man sich jetzt natürlich entschließt nur einen der beiden Teile zu lesen, ist es nur vernünftig auch viel mitzubekommen und die Sache aus Holders Sicht geschildert zu bekommen, trotzdem fand ich den ersten Teil Gesprächstechnisch besser, weil man dort nichts ausgelassen hat. Okay, natürlich sind aus beiden Sichten auch unterschiedliche Gespräche vorhanden, aber die wichtigen Dinge zwischen Holder und Sky sind meiner Meinung nach in Teil 1 besser.

Hier fand ich aber wie gesagt Anfang und Ende einfach top! Für mich waren die Dialoge zwischendurch eher unnötig, wobei es auch da noch die ein oder andere Neuerung gab und es für Leser, die das Buch geliebt haben auch noch schön ist Holders Gefühlswelt mitzubekommen. Aber was mich hier so angesprochen hat, und worüber ich unglaublich überrascht war, sind die Tagebucheinträge an seine Schwester Les und eben die genaue Schilderung ihres Todes, über den man in Teil 1 lange nicht so viele Details erfährt. Das wurde sowohl am Anfang als auch am Ende perfekt dargestellt und war emotional einfach top!

Holder konnte ich so viel viel besser verstehen und bin auch froh, dass ich das Buch noch hinterhergeschoben habe. Dass ich dafür viele Dialoge zweimal lesen musste nehme ich in Kauf, weil ich es so auch Leuten empfehlen kann, die den ersten Teil nicht kennen(ich würde ihn euch allerdings trotzdem ans Herz legen). Wo ich Holder in 'Hope Forever' nicht verstehen konnte und egoistisch fand, habe ich hier mit ihm gelitten und nachvollziehen können, warum er gehandelt hat, wie er gehandelt hat und dass seine eigene Gefühlswelt genauso durcheinander ist, wie die von Sky. Das erste Mal habe ich eine Jungs-Perspektive richtig gern gehabt!

Sky wurde mir hier leider oft etwas zu störrisch und frech dargestellt. Im anderen Buch konnte man natürlich ihre Gefühle und Gedanken besser nachvollziehen. Trotzdem weiß man als Leser auch, wie sie sich fühlen muss und kann es letztendlich schon auch nachvollziehen.

Die Nebencharaktere, die hier vor allem Les, Holders Mutter Beth und Breckin, sowie Daniel waren, fand ich ebenfalls wieder gut dargestellt und alle liebenswürdig. Daniel konnte bei mir mit seinen komischen Bemerkungen und Spitznamen punkten und Breckin mochte ich ja schon im ersten Band! Beth und Les sind für mich beide sehr starke Frauen, die gerade gegen Ende nochmal einiges raushauen ;) Auch Holders Vater hat hier eine Rolle gespielt und man hat endlich mehr zu dem Streit der beiden erfahren!




Ich kann dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen und finde wirklich nicht, dass es unnötig ist die Geschichte nochmal aus einer anderen Sicht zu erzählen. Gerade der Anfang und das Ende waren top, weil sie ganz neu waren und man diesmal viel von Holders Geschichte und seiner Gefühlswelt mitbekommen hat! Diesmal konnte ich ihn viel besser verstehen, als im ersten Band und bin froh, beide Bücher gelesen zu haben.
Außerdem ist hier Les Geschichte stark in den Vordergrund getreten, was ich einfach toll fand, weil ich ohnehin mehr über sie erfahren wollte. Die Tagebucheinträge von Holder und der Brief haben also absolut überzeugt!
Was mich etwas gestört hat war, dass wirklich viele Dialoge genau so wiederholt worden sind. Zwar kamen zwischendurch auch neue dazu, die das aber nicht wettmachen konnten. Mir ist klar, dass es eigentlich auch eine Wiederholung ist, es stört mich aber trotzdem. Anfang und Ende konnten das aber raushauen, weil mein Bild sich jetzt vervollständigt hat und ich mehr als zufrieden bin!
Ich vergebe für den guten zweiten Band 4 Leseschmetterlinge!


Montagsfrage #06


Hallöchen ihr Lieben! Auch diesen Montag gibt es wieder die Montagsfrage von Buchfresserchen, die ich beantworten werde :)
Die heutige Frage ist:

Schreibst du dir während des Lesens Zitate auf?

Also ehrlich gesagt kommt das bei mir immer aufs Buch an. Selbst wenn ich mir nämlich gern vornehme Stellen, die ich in meiner Rezension nennen möchte aufzuschreiben, bin ich dann oft so in ein Buch vertieft, oder vergesse es schlichtweg, dass ich mich hinterher nur über mich selbst ärgere. Tatsächlich hinbekommen habe ich das nur das ein oder andere Mal. Eigentlich ist mir das aber auch gar nicht so wichtig. Wenn sich ein Buch allerdings als ein riesen Favorit herausstellt und es während des Lesens wirklich so lustige oder traurige/bewegende Stellen gibt, dass ich total loslachen oder weinen muss, oder mir einfach das Herz aufgeht, dann nehme ich gern auch einen Stift zur Hand oder klemme einen Zettel zwischen die Seiten. So ist das bei mir immer unterschiedlich und eigentlich lautet die Antwort bei mir eher nein, als ja. Ich bin einfach zu vergesslich was das angeht und schreibe hinterher lieber meine eigene Meinung auf, als Zitate zu nennen. Wobei ich mir echt Mühe gebe das mal durchzusetzen!

Wie ist das bei euch? Schreibt ihr während des Lesens Zitate auf, oder klemmt ihr lieber Zettel zwischen die Seiten? Seid ihr vielleicht genauso vergesslich wie ich?

 Liebste Grüße

[Rezension] Hope Forever (Colleen Hoover)





Titel: Hope Forever
Autor: Colleen Hoover
Seiten: 525
Format: Taschenbuch
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 01.10.2014
Preis: 9,95€ (D) Hier kaufen

Ab 14 Jahren
 1. Teil: Hope Forever 2. Teil: Looking for Hope




Die 17-jährige Sky ist starken Gefühlen bisher aus dem Weg gegangen. Wenn sie einem Jungen begegnet, verspürt sie normalerweise keinerlei Anziehung, kein Kribbeln im Bauch. Im Gegenteil. Sie fühlt sich taub. Bis sie auf Dean Holder trifft, der ihre Hormone tanzen lässt. Es knistert heftig zwischen den beiden und der Beginn einer großen Liebe deutet sich an. Doch dann tun sich Abgründe aus der Vergangenheit auf, die tiefer und dunkler sind, als Sky sich vorstellen kann.



Dieses Buch ist so.. schön! Nach doch recht vielen verschiedenen Meinungen wurde ich zunehmend kritischer und bereue jetzt kein Stück wieder ein geniales Buch von Colleen Hoover verschlungen zu haben! Diese Autorin ist und bleibt ein Favorit von mir!

Bevor ich das Buch angefangen hatte dachte ich mir, dass bestimmt wieder nur leichte Probleme auftauchen, die als vollkommen dramatisch hingestellt werden. Was ich bei diesem Buch aber besonders schön fand ist, dass es erst die Liebesgeschichte war, die sich aufgebaut hat und die Problemwelt erst dann nach und nach dazugekommen ist. Anfangs hat der Leser ein schönes und friedliches Leben vor Augen, das er auch genießt. Umso spannender wurde es dann mit einem Mal.

Die Liebe zwischen Sky und Holder fand ich super schön. Die Vertrautheit der beiden ist auch nicht unbegründet, obwohl mir das anfangs komisch erschien. Aber je mehr der Leser erfährt, umso klarer wird das Bild. Bis kurz vor der letzten Seite weiß man nicht alles und das ist ebenfalls etwas, das ich gut finde. Es gab hier nicht zu viel überflüssiges Geschwafel, aber es wurde trotzdem ausgiebig auf die Gefühlswelt eingegangen. Die Probleme haben sich hier meiner Meinung nach gut mit der Liebesgeschichte verbinden können und gerade das Ende ist für mich so schön gewesen, dass mir ein paar Tränen über die Wange gekullert sind :)

Sky ist nicht das typische Mädchen. Die ersten Dinge, die man von ihr erfährt sind, dass sie keine Elektronik (nicht mal einen Fernseher) besitzt und auch nicht zur Schule gegangen, sondern Zuhause unterrichtet worden ist. Umso spannender ist es, als sie dann zur Schule geht und nicht nur Dean Holder kennenlernt, sondern auch von allen abschätzig angesehen und als Schlampe bezeichnet wird. Natürlich hat das Gründe, die eben auch Skys Gefühlswelt und Probleme aufdecken. Hierbei ist es toll, dass sie sich selbst neu entdeckt. Und das wortwörtlich. Sky hat nämlich keine Ahnung wer sie überhaupt ist und warum sie etwas empfindet, wie sie es empfindet. Was das für sie bedeutet solltet ihr unbedingt selbst lesen!

Skys beste Freundin Six fand ich einfach toll! Sie und Sky haben sich perfekt aneinander angepasst und scheinen sich blind zu verstehen. Selbst als Leser bekommt man ein Gefühl der Vertrautheit und kann auch mit den gegenseitigen Sticheleien gut umgehen. Die Liebe und Freundschaft zwischen den beiden ist unverbesserlich und sie nehmen sich genau so, wie sie eben sind. Gerade hier soll das was heißen. Schade fand ich, dass Six irgendwann kaum noch eine Rolle für die Handlung spielte und außen vor gelassen wurde.

Auch andere Nebencharaktere, wie Breckin, Karen und Jack fand ich super ausgearbeitet! Zu ihnen möchte ich jetzt aber nicht auch noch mehr verraten!

Holder war natürlich eine Person für sich. Ich glaube einen richtigen Mittelweg gibt es bei ihm nicht. Entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Ich war erst auf dem Mittelweg und finde ihn jetzt ganz toll! Dass seine Hintergrundgeschichte so mit der von Sky verbunden ist, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet und wurde dann echt überrascht! Dass er sich trotzdem des öfteren übertrieben verhalten hat verstehe ich bis jetzt nicht ganz. Auch wenn im Nachhinein alles viel klarer ist.

Zusammen ergeben Sky und Holder ein tolles Team und man verfolgt diese Geschichte sehr gern. Bei 500 Seiten finde ich das auch wichtig. Ein besonders wichtiger Punkt für mich ist vor allem, dass ich mich nie gelangweilt habe. Zwar gab es auch Stellen, wo die Worte nicht unbedingt hätten wiederholt werden müssen, sie aber nicht wirklich überflüssig wirkten. Als Leser kann man die Reaktionen eigentlich immer nachvollziehen und auch die Neugierde, die man selbst hat, nicht verdrängen. Was ist mit Sky und ihrer Vergangenheit? Und wie hängt das mit Holder zusammen? Warum fühlen die beiden so füreinander? Das sind Fragen, die alle aufgeklärt werden. Und in diesem Buch warten noch so viel mehr Dinge. Ich bin wirklich überrascht. Positiv.




Ich empfehle dieses Buch jedem, der keine einfache Liebesgeschichte sucht und bereit ist, sich mit Problemen zu beschäftigen, die darüber hinausgehen. Probleme, die sowohl körperlicher, als auch seelischer Natur sind und sowohl von Sky, als auch Holder einen enormen Teil einnehmen.
In diesem Buch geht es um Vorurteile, Gerüchte, Liebe, Freundschaft und die Wahrheit über die Vergangenheit und sich selbst. Ich persönlich fand es unheimlich spannend Sky auf ihrem Weg zu folgen und mit ihr gemeinsam herauszufinden wer sie ist und was ihr passiert ist. Liebesgeschichte und Problemwelt sind top dargestellt. Nur die ein oder andere Kleinigkeit zieht für mich noch etwas ab. Klare 4,5 Leseschmetterlinge!

[Rezension] Die fünfte Welle (Rick Yancey)





Titel: Die fünfte Welle
Autor: Rick Yancey
Seiten: 480
Format:Hardcover
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 14.04.2014
Preis: 16,99€ (D) Hier kaufen




Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie lernen müssen, denn seit der Ankunft der Anderen hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Das Wenige, was sie noch besitzt, passt in einen Rucksack. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie, nachdem sie auf der Flucht vor den Anderen angeschossen wurde. Eigentlich weiß sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält.



Vor dem Lesen habe ich wieder so viele positive Kritiken mitbekommen und war so unendlich froh, dass ich ein Exemplar davon zur Verfügung gestellt bekommen habe! Allein das Cover ist für mich ein Hingucker :)

Die Grundidee fand ich direkt klasse! Nicht die typischen Außerirdischen zu wählen und das so auch immer wieder zu betonen. Ich könnte mir vorstellen, dass diesbezüglich auch im zweiten Teil noch einiges auftauchen könnte. Immer wieder wurde ich überrascht und geschockt und habe immer alles genau vor Augen gehabt! Die neue Technik und die Wellen waren perfekt eingebracht und vor allem gut durchdacht. Gerade 'das Auge' fand ich interessant und dass man die Silencer nicht direkt erkennen kann ist auch eine tolle Idee! Das unterscheidet dieses Buch von anderen.
Die Wellen sind für mich ein kleines Highlight und auch eines der Dinge, die für mich viel ausgemacht haben. Allein auf die Idee zu kommen ist interessant und die letzte Welle ist auch die, mit der wir uns hier hauptsächlich beschäftigen und der man immer näherkommt. Auch die anderen lernt man, gerade zu Anfang kennen. 

Die Menschen, die noch übrig geblieben sind werden hier natürlich auch behandelt und erst erleben wir alles aus der Sicht von Cassie. Erst sage ich deshalb, weil sich dies mit der Zeit ändert. Das war für mich erstmal ein kleiner Kritikpunkt. Ich bin vollkommen überrumpelt worden und habe mich gewundert, dass sie plötzlich ganz woanders zu sein schien. Irgendwann fiel mir dann auf, dass es sich hier um jemand männlichen handeln muss. Insgesamt gab es jetzt meine ich 3 oder 4 verschiedene Perspektiven, die aber immer geschickt gewählt worden sind. Alle stehen natürlich auch in Verbindung mit Cassie und haben für die Geschichte an sich einen gewissen Einfluss.

Was ich auch toll finde ist die kleine Liebesgeschichte, die hier eingeführt wird und die sich nach und nach aufbaut, ohne dass man es wirklich mitbekommt. Trotzdem lernen sich die beiden kennen und um wen es sich handelt werde ich noch nicht sagen, weil ich immernoch verunsichert bin, sowohl ihn als auch sie aber toll finde!
Cassie war mir Gott sei Dank von Anfang an sympathisch. Mit ihr kann sich jeder identifizieren und es wird durch sie auch gut gezeigt, wie hart das Leben auf der Erde nun für alle Überlebenden ist. Man darf sich nicht zeigen, alles ist zerstört und man weiß nie wem man trauen kann. Nicht nur wegen der Außerirdischen, sondern auch wegen der Menschen, die durchdrehen und andere überfallen, weil sie keinen anderen Weg mehr sehen. Das sind hier gravierende Probleme, die einfach perfekt verdeutlicht werden konnten.
Ab und zu fand ich Cassie zwar etwas naiv, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich an ihrer Stelle gehandelt hätte und finde sie trotzdem klug und vor allem tapfer. Gerade Tapferkeit und Stärke sind natürlich ausschlaggebend dafür, dass man überlebt oder eben nicht. Wobei auch das nicht alles ist. Einige Charaktere sterben gerade wegen ihrer Tapferkeit und ihrer Verantwortung. Wer das ist werde ich euch nicht sagen. Auf jeden Fall merkt jeder Leser, dass man ohne Opfer nicht weiterkäme und eben auch über seine eigenen Grenzen springen müsste, um zu überleben. Ich finde bisher alles geschickt und gekonnt gewählt, sowie eingesetzt und bin mit dem Ende von Teil eins auch relativ zufrieden.

Apropos Ende! Relativ zufrieden deshalb, weil mir eine Kleinigkeit fehlt, die ich hoffentlich in Teil 2 wiederfinden werde. Es wäre mir schon wichtig, dass dies erhalten bleibt. Außerdem hat mir da etwas nicht gepasst, was Cassie zugelassen hat und ich weiß nicht, ob das für den weiteren Verlauf noch eine Rolle spielen wird oder nicht. Ich hoffe allerdings, dass ich mich nicht in Cassie getäuscht habe und sie mehrere Dinge gleichzeitig zulässt. Ich rede hier nur so ungenau, damit ich euch nichts verrate :)

Die Nebencharaktere empfand ich auch als sehr passend und vor allem emotional und gefühlvoll. Obwohl nämlich jeder eine Fassade hat oder mit der Zeit aufbaut sieht der Leser immer, dass noch Gefühle da sind oder jemand sich vor etwas verstecken will. Obwohl einem das beim Lesen selbst nicht direkt klar ist finde ich, dass es nach dem Lesen umso mehr auffällt. Das ist auch ein Punkt den ich schätze. Gerade die Charaktere Sammy, Evan und Ben, sowie Ringer, Poundcake usw. habe ich ins Herz geschlossen und natürlich hoffe ich, dass sie uns weiterhin erhalten bleiben! Alle erhalten ein Gesicht und viele sogar extrem ausgeprägt, sodass man Cassies Verbindung, oder eben Bens oder Sammys, zu ihnen aufbaut. Das ist der Vorteil des Perspektivwechsels.
Jetzt habe ich aber genug verraten und möchte euch nichts mehr vorwegnehmen :) 




Das Buch ist an sich einfach toll gestaltet! Cover, Titel und Inhalt ergänzen sich super und alle Charaktere haben ein Gesicht erhalten und sich so verhalten, dass sie ihre Meinung immer irgendwie durchsetzen wollten. Für den Leser wirken die Charaktere so viel stärker und uneingeschränkter, weil sie alle ihren eigenen Kopf behalten und sich ihre Menschlichkeit nicht haben nehmen lassen, obwohl sie einen Grund hätten.
Gerade den Perspektivwechsel fand ich im Nachhinein doch sehr passend, da man so mehr Einblicke in die anderen Köpfe und mehr Beziehungen zu anderen Charakteren aufbauen konnte, die für die anderen Sichten erst später eine Rolle spielen.
Überraschungen gab es auch des öfteren und man hat sich trotzdem super eingefunden und konnte die Dinge nachvollziehen.
Nicht so gut gefallen hat mir, dass der Perspektivwechsel so unerwartet kam und ich so Eingewöhnungszeit brauchte. Außerdem war das Buch an der ein oder anderen Stelle etwas langatmig, daher gebe ich dem Buch faire 4 Leseschmetterlinge und euch eine Leseempfehlung!
An dieser Stelle danke ich dem Goldmann Verlag für das *Rezensionsexemplar :)

[Interview] mit Simone Veenstra

Heute möchte ich euch mein erstes Interview mit einer großartigen Autorin vorstellen!
Simone Veenstra hat sich bereit erklärt, sich von mir interviewen zu lassen und ich habe mich riesig darüber gefreut!

Über die Autorin:

Simone Veenstra ist in Hanau geboren, in Forchheim in Oberfranken aufgewachsen und lebt zurzeit in Berlin. Sie ist deutsche Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin. Studiert hat sie Neuere Deutsche Literatur, Theater- und Filmwissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Erlangen und schloss ihr Studium an der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin als Magistra Artium ab. Danach arbeitete sie am Theater, als Online-Redakteurin und Comic-Verkäuferin. Im Jahr 2003 begann sie freiberuflich als Journalistin und Redakteurin für die Ressorts Kultur, digitales Leben und Reise zu arbeiten. Die schriftstellerische Tätigkeit nahm sie zeitgleich auf. 2010 gründete sie gemeinsam mit Dorothea Martin den Independent-Verlag Das wilde Dutzend in Berlin.

Interview:
 

Erstmal möchte ich dir natürlich für das Rezensionsexemplar deines Buches "Du stirbst in meinem Herzen nicht" danken, das ich durch deine Leserunde auf Lovelybooks bekommen konnte und durch die ich dich auch besser kennenlernen durfte! Dein Buch zu lesen hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und dass ich nun auch ein Interview mit dir führen kann, freut mich riesig!

Na, das Kompliment kann ich nur zurückgeben. Für mich war die Leserunde super spannend – und auch neu (war ja meine erste. Meine Bücher davor boten sich dazu nicht wirklich an). Was ich toll fand, war, „fast live“ dabei zu sein. Beim Lesen und über die Geschichte spekulieren, dabei, wie die Figuren aufgenommen wurden oder spezielle Ausdrücke. Das hat man ja sonst nie, auch nicht bei Lesungen vor Publikum. Eigentlich habt ihr es mir also ermöglicht, noch ein bisschen länger bei Mara und Jonah und in „Du stirbst in meinem Herzen nicht“ bleiben zu dürfen. Tausend Dank!


Nun sind ja schon einige positive Meinungen von uns Lesern rübergekommen. Wie ist es für dich so positives Feedback zu bekommen? Hattest du angst, dass die Geschichte nicht gut ankommt?


Ich habe wirklich lange an dem Roman gesessen. Um die Geschichte, die Figuren aber auch Kleinigkeiten genauso hinzubekommen, wie ich sie haben wollte. Beispielsweise wann Mara ihren Vater als Piet bezeichnet und wann als Paps: Je nachdem, ob sie sich zusammenreißt und stark sein will oder ob sie spontan auf ihn angesprochen wird und von Trauer und Erinnerungen überrannt. Wenn man so sehr in seiner Geschichte und seinen Figuren steckt, dann – ja – fürchtet man sich schon davor, was passiert, wenn sie nicht gemocht werden. Das ist so ein bisschen wie Theaterspielen: Man holt tief Luft, tritt raus auf die Bühne, gibt alles … und hofft, dass keiner „Buh, wat solln ditte jetzt?“ schreit sondern, dass man alle so mitreißt und berührt, dass sie am Ende erst wieder auftauchen müssen. (Und dann natürlich im besten Falle am Ende wie wild klatschen).


Nachdem das Buch bei mir angekommen war, habe ich auch noch einen Brief erhalten in dem viele Hintergrundinformationen und vor allem nur ausgedachte Ideen zu einzelnen Elementen aus dem Buch standen. Warum war es dir so wichtig den Lesern noch mehr als nur das Buch selbst zu bieten? Man merkt ja schon, dass du mit unheimlich viel Herzblut dabei bist :)


Vermutlich wollte ich einfach nicht aus Maras Welt raus :o)

Das ist es ja, was man macht, wenn man eine Geschichte entwickelt: man kreiert eine Welt und dann taucht man darin ab. In Jonah hab ich mich direkt ein bisschen verliebt. Ich hab mich gefragt, was wohl der alte Tierarzt macht, wenn er abends alleine in seinem Häuschen sitzt. Was der Reporter Eduard Baumann für einer war.

Und dann kommt da noch was dazu: Wie du ja netterweise schon in dem Text über mich angemerkt hast, habe ich auch einen kleinen Verlag. Unser Schwerpunkt ist es, Geschichten zu kreieren, die über die jeweiligen Bücher hinausgehen: Da erzählt eine Nebenfigur in einem Kurzfilm etwas, das nicht im Buch steht. Oder wir führen ein Schattentheater auf, das sich um die mysteriöse Lebensgeschichte des verschollenen Autors dreht. Das ist extrem spannend und macht sehr viel Spaß. Und – das Schöne daran ist – es gibt kein Ende. Das hat mich auch dazu inspiriert auch bei Mara noch ein bisschen was „draufzusetzen“.


Die Geschichte drehte sich ja hauptsächlich um die vielen Unfälle, die deine Protagonistin Mara nicht als solche akzeptieren will. Wie bist du darauf gekommen einen Thriller zu schreiben, der durch so viele Winkel Verknüpfungen aufweist? Wenn man sowas das erste Mal schreibt stelle ich mir das gar nicht so leicht vor und wie oben erwähnt hast du ja viel Herz mit reingebracht und musstest sicher vor dem Schreiben vieles ausarbeiten. Hast du dich auch an wirklichen Geschehnissen orientiert oder ist wirklich alles frei erfunden? 


Die Story des Krimis ist völlig frei erfunden. Aber du hast Recht, bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe, brauchte ich erst Mal ein paar Wochen, um alles logisch zu durchdenken. Immerhin liegt ein Großteil der Geschichte in der Vergangenheit, wird aber durch Indizien und Situationen und Recherchen im Lese-Jetzt aufgerollt. Ich habe viele Karteikarten bekritzelt und Zeitlinien erstellt. So stelle ich mir immer Architekturbüros vor: Ein Haufen Pläne, ein Haufen Informationen über Statik und Bausubstanz und eine wilde Idee, wie es aussehen soll. Und am Ende muss alles Hand in Hand gehen. Dazu habe ich mir dann auch Hilfe geholt: Biobauern, Busfahrer, Wirtinnen, Schnapsbrenner, Pharmazeuten und viele mehr interviewt und über die dazugehörigen Gebiete viel gelesen.


Was mir auch aufgefallen ist sind die vielen Pflanzenarten, mit denen sich die Protagonisten Jonah und Mara mehr und mehr beschäftigen. Hast du selbst Erfahrungen mit Pflanzen, oder wie bist du gerade darauf gekommen?


Um ehrlich zu sein, meine Erfahrung mit Pflanzen ist: Ich finde sie toll, dann kaufe ich sie, versuche sie am Leben zu halten und scheitere. Ich habe keinen grünen Daumen (was ist wohl das Gegenteil davon?) Aber ich bin furchtbar neugierig. Und vielleicht ist auch Paule Schuld daran – mein Hund. Als wir ihn aus dem Tierheim holten, hat der einfach alles gefressen, was nicht niet- und nagelfest war. Also musste ich mich schlau machen darüber, nach welchem Genuss von Grünzeug ich ihn besser zum Arzt schleppen sollte. Und dann habe ich einfach weitergelesen und mich unterhalten mit Hobbygärtnern und Pharmazeuten und Bauern (nicht dass das für meine Balkonbepflanzung viel genutzt hätte).

Mir sind vor allem Cover und Titel im Kopf geblieben. Hast du das Cover selbst gestaltet oder wie ist es entstanden? Und war es Absicht den Schwerpunkt immer auf die Morde zu setzen und es nicht zu einer Liebesgeschichte kommen zu lassen?


Zum Cover: Das hat der Verlag bei einem Designer (oder einer Agentur) ihrer Wahl angefragt. Als ich es das erste mal gesehen habe, war ich war super begeistert. Weil die Farbgebung extrem passt und das Mädchen auf dem Cover Blumen in der Hand hält und über eine Wiese läuft – also eigentlich für mich sofort Mara war, die mit einer Handvoll roter Waldvögelein - eine wilde Orchideenart, die sie mit ihrem Vater verbindet - auf dem Weg zu seinem Grab ist. Ich weiß aber auch, dass ich dabei echt viel Glück gehabt habe, nicht immer funktioniert das Coverbild mit der Geschichte dermaßen gut. Weshalb ich auch gerne noch den oder die Designerin für meine Making-Of-Abteilung der Webseite interviewen will.

Was die Morde und die Liebesgeschichte angeht: Ich glaube, beides braucht es. Weil es sich ergänzt: Abschied und ein Neuanfang. Trauer und Glück, Loslassen und nach vorne gucken. Und vielleicht kann man auch sagen, „Du stirbst in meinem Herzen nicht“ ist eine Liebesgeschichte, die ohne den Krimiteil nie stattgefunden hätte. Und eine Krimihandlung, die ohne die Liebesgeschichte zwischen Mara und Jonah nicht zu diesem Ende gekommen wäre. Beiden Geschichten hätte ohne die andere etwas gefehlt.

 
Wusstest du eigentlich von Anfang an, wie die Geschichte ausgehen würde, oder bist du eher jemand, der alles auf sich zukommen lässt und keinen genauen Plan macht? :)


Lustig, dass du das fragst! Denn um ehrlich zu sein, war in meinem ersten Entwurf jemand anders der Mörder. Wer das war verrate ich jetzt nicht :o)

Aber bei Krimis oder vielleicht besser bei allen Geschichten, in denen es um ein Geheimnis geht, das aufgelöst wird, ist es fast unmöglich, Dinge beim Schreiben auf sich zukommen zu lassen. Weil du dann keine Chance hast, geschickt Indizien zu streuen und die Entwicklungen und Erkenntnisse zu beeinflussen. Aber trotzdem schießt dir manchmal auch etwas dazwischen und du musst nachjustieren und ändern. Meistens macht es das dann besser. Als ich anfing habe ich etliche Seiten erst einmal „einfach so“ geschrieben, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Mara tickt, Jonah, die anderen Figuren. Einiges davon ist im Roman, anderes nicht.


Wie lange hat es eigentlich gedauert das Buch zu schreiben? Gab es auch mal die bekannten 'Schreibblockaden'?


Alles zusammengenommen würde ich sagen habe ich ungefähr ein halbes Jahr gebraucht. Es ging nicht am Stück, weil ich immer wieder Phasen dazwischen hatte, in denen ich etwas anderes gemacht habe (ein Hörspiel, ein Game, einen Anthologiebeitrag …). Meistens tut es mir (oder den Geschichten, mit denen ich mich beschäftige) sogar gut, ab und an eine Pause einzulegen und mit einem bisschen Abstand wieder und neu zu sehen, ob alles noch stimmt.

Echte Schreibblockaden sind mir bisher zum Glück (drei Mal auf Holz geklopft) erspart geblieben. Aber mir passiert es schon hin und wieder, dass ich mit einem Projekt fertig oder schon sehr weit bin und mir eingestehen muss, dass ich mich um etwas sehr Wichtiges herumgemogelt habe. Dann muss man eben die Zähne zusammenbeißen und noch mal von vorne beginnen. Bei „Du stirbst in meinem Herzen nicht“, hatte ich allerdings gleich zwei kreative Schutzengel, die mich davor bewahrt haben: Meine Agentin Katrin Kroll und meine Lektorin Iris Schubert. 


Ich habe gesehen, dass du vorher eher Kinderbücher geschrieben hast. Wie war es für dich, jetzt mal in einem anderen Genre zu schreiben und wie bist du dazu gekommen? Und vor allem: Wie ist die Idee des Buches nach und nach entstanden? Gab es viel Inspiration von außen oder war die Idee einfach da?


Ich hatte immer das Glück ziemlich regelmäßig hin- und herswitchen zu können. Sowohl was das Alter derjenigen angeht, für die ich schreibe als auch das Genre (wobei ich oft beim Krimi lande – aber das ist auch wirklich ein Steckenpferd von mir). Du hast Recht, hauptsächlich sind meine Bücher, die auch unter meinem Klarnamen veröffentlicht wurden für Kinder. Dazwischen habe ich aber immer auch Bücher unter Pseudonymen, Drehbücher für Erwachsene, Hörspiele, journalistische Artikel geschrieben oder Kreativ-Workshops für Jugendliche gehalten. Oder ein Storytelling-Festival organisiert, das tagsüber für Kinder und Familien war, abends für Erwachsene. Oder Agenturen dramaturgisch beraten. „Glück“ nenne ich das deswegen, weil ich oft das Gefühl habe, dass das eine das andere anreichert.

Von daher war „Du stirbst in meinem Herzen nicht“ auf der einen Seite kein unglaublich großer Schritt, auf der anderen Seite aber natürlich auch etwas sehr Besonderes, weil damit eben mein erstes Buch für Jugendliche erschien. Die Idee dazu ist tatsächlich nach und nach entstanden. Denn zu allererst gab es Mara, der Verlust ihres Vaters und ihre Beziehung zu Sanna und Jonah. Dann erst kamen die anderen Figuren und der Kriminalplot dazu.


Hast du von deinen bisher veröffentlichten Büchern einen Favoriten? Und gibt es schon eine neue Buchidee, von der du uns gern etwas sagen würdest? :) Oder in welchem Genre es sein wird?


Meine Bücher sind ja extrem verschieden. Ich habe kleine Mitratekrimis (die Lesefix-Reihe vom Gondrom-Verlag) geschrieben, die 8-Jährige zum Lesen anhalten sollen, eine Agententrilogie mit Comiceinschüben („BANG“ im Kosmos-Verlag), Bücher rund um Hui Buh, ein Mysterygame (für die Firma Wooga: „Agent Alice“) entwickelt … da ist es ganz schwer zu sagen, was ich am liebsten mag. Aber vielleicht kann ich sagen, dass Mara – neben der Hauptfigur des aktuellen Games, Alice - mir bisher am nächsten ist.

Momentan schreibe ich an einem Kinodrehbuch für die ganze Familie. Das ist eine Geschichte, mit der ich mich schon länger beschäftige. 2009 habe ich ein Werkstipendium der Akademie für Kindermedien damit erhalten, jetzt habe ich eine Produzentin und sitze am Drehbuch … und finde es immer noch ganz toll :o)

Und dann sitze ich aktuell noch an was ganz anderem. An einer Art Roadmovie in Buchform, dessen Hauptfigur an meine Großmutter angelehnt ist.


Du siehst: Lauter verschiedene Sachen.


Oft hört man ja, dass es schwierig ist von einem Verlag angenommen zu werden und das eigene Buch dann auch veröffentlichen zu können. Wie war das bei dir?


Umgekehrt :o)

Ich hatte das Glück, dass ich mit meiner Mitautorin Ulrike Rogler angefragt wurde, ein Reihenkonzept zu entwickeln, das wurde dann auch gemacht und wir haben für mehr als 20 Bände davon geschrieben.

Aber das mag auch daran liegen, dass ich keinen sehr geradlinigen Autorenwerdegang habe. Mit dem Schreiben angefangen habe ich zwar recht früh: wirklich furchtbare Gedichte, eine nicht ganz so furchtbare Sammlung von modernen Märchen, ein – das finde ich noch immer – ganz und gar nicht furchtbares Theaterstück, das meine Schultheatergruppe damals aufführte. Aber dann habe ich studiert und dachte, ich müsste Schauspielerin werden oder Regisseurin (für keines war ich besonders begabt). Also habe ich rechts und links die Nase reingehalten: Nachrichten fürs Fernsehen, Comicbuchverkäuferin (ich bin ein echter Comic-Nerd), Redakteurin im Verlag und ganz andere Dinge wie Pflegehelferin im Krankenhaus, Uhrenverkäuferin im KdW … Daneben habe ich geschrieben und hier und da eine Nominierung oder einen kleinen Preis bekommen. Als das Magazin bei dem ich Redakteurin war dann leider aufgegeben wurde, haben mich einige meiner ehemaligen Kollegen immer dann angefragt, wenn ihnen etwas fehlte – eine Geschichte, ein Comic, Populärwissenschaftliches … und von da ging es dann immer weiter. Und ich war auch echt stur. So verdanke ich beispielsweise „Verliebt in Berlin“ quasi meine praktische Zusatzausbildung im Storylinen, Drehbuchschreiben und Editieren. Denn eigentlich habe ich für die Produktionsfirma zunächst etwas ganz anderes gemacht. Aber dann habe ich dem Chefautor erklärt, ich hätte jetzt sämtliche bereits bestehenden Drehbücher gelesen, wäre also super in der Materie und ob er es nicht mal mit mir als Autorin probieren wollte. Wollte er, hat mir sämtliche Fehler um die Ohren gehauen, die ich gemacht habe, mir echt viel beigebracht und mich behalten.


Viele Autoren lesen nebenbei ja noch unheimlich viel! Liest du selbst in deiner Freizeit eher viel, wenig, oder sogar gar nicht? Hast du einen Lieblingsautor und vielleicht auch ein Lieblingsbuch? Und welches Genre bevorzugst du?


Ha! Ich schicke dir noch ein Bild von meinem Buchregal, auf das ich deshalb so stolz bin, weil ich lange dafür gespart habe und es nun um die Ecke und über der Tür lang geht!! Ich lese extrem gerne, sammle Comics und auch Bücher, die ich toll finde, in unterschiedlichen Ausgaben und jenen Sprachen, die ich beherrsche – habe aber auch ein Lesegerät und verschlinge E-Books, vor allem welche, die eben nicht als Print auf den Markt kommen. Das einzige Genre, mit dem ich bisher noch nicht so ganz warm werden konnte ist SciFi, aber vielleicht hat ja da noch jemand für mich einen guten Einsteigertipp?

Lieblingsautor/en kann ich nur im Plural beantworten: Guus Kuijer, Christiane Neudecker, Neil Gaiman, Martha Grimes, David Sedaris, Tamara Bach, Manu Larcenet, Alice Monroe … (und jetzt habe ich 100 Pro etliche vergessen)

Lieblingsbuch: Mein Favorit ist definitiv „Die Brautprinzessin“ von William Goldman, weil das dermaßen mit Erwartungen spielt, sie bricht,völlig über Gewohnheiten herausgeht – und trotzdem einen echten Sog für die Geschichte entwickelt.


Gibt es Autoren, die dich zum Schreiben inspiriert haben, oder war es vielleicht etwas ganz anderes..?


Ich glaube, sämtliche Autoren, die ich bewundere und gerne lese inspirieren mich immer noch. Aber ich hatte schon als Kind eine Fantasievorstellung, die mit Astrid Lindgren zusammenhing: Die Idee, dass da jemand in einer Villa Kunterbunt sitzt und Tage damit verbringt, Bücher zu schreiben, das war (und ist) noch immer echt ein Traum. Auch wenn ich jetzt natürlich weiß, dass es nicht ganz so romantisch abgelaufen ist, wie ursprünglich gedacht.


Was machst du in deiner Freizeit am Liebsten? Ich weiß ja, dass du einen Hund hast und der neben dem Schreiben wahrscheinlich auch einen Großteil deiner Freizeit einnehmen wird. Und dann sind da ja auch noch Freunde und Familie. Hast du dir da vielleicht auch mal längere Schreibpausen gegönnt oder passt das alles gut zusammen?


Der Herr Paule (siehe Bild) ist sicherlich derjenige, der mich einigermaßen fit hält – ich sag nur „3 Stunden rennen und Frisbie-Spielen pro Tag“! Und manchmal gehen wir hinterher noch Kaffeetrinken mit Freunden und erst danach fange ich an zu arbeiten. Ansonsten verbringe ich kurze freie Zeiten gerne mit Lesen, Serien gucken und längere gerne mit Reisen. Oder vielleicht besser mit dem „für längere Zeit woanders sein und den Kopf frei machen“. Da ist es natürlich ein Glück, dass ich eigentlich nur meinen Computer brauche und funktionierendes Internet und ich kann stecken wo ich will. Dieses Jahr war ich beispielsweise ein paar Wochen dazu an der Ostsee in einer alten Kate. Wenn alles gut geht, verziehen wir uns im Herbst für länger nach Skandinavien. Und für nächsten Herbst habe ich das Aufenthaltsstipendium des Zagreber Goethe-Instituts und des Literaturhauses „Hiža od besid“ für Pazin in Kroatien erhalten. Da freue ich mich jetzt schon drauf!


Ich habe gelesen, dass du 2010 in Berlin den Independent-Verlag Das wilde Dutzend gegründet hast. Wie bist du auf die Idee gekommen einen eigenen Verlag zu gründen?


Zu Anfang stand da eine kleine Wahnwitzidee, wie sie sicher viele kennen: Nämlich Bücher zu publizieren, die keine Kompromisse machen und die sich trauen auch mal voll über die Stränge zu schlagen. Zu der Zeit bin ich mit Dorothea Martin einmal um die Welt gereist, wir haben uns in Neuseeland beim Wandern verirrt und uns Geschichten ausgedacht. Und nach jeder davon sagte eine von uns „Total lustig, aber niemand veröffentlicht so was!“ Nach der dritten davon begannen wir zu sagen „Na, dann machen wir es eben selbst!“ Und als wir endlich wieder den Weg gefunden haben, stand auch schon  fest, dass wir uns eigentlich gar nicht selbst veröffentlichen wollen, sondern Geschichten von anderen, die zu einem Konzept passen, das wir nach und nach verfeinerten und die über das Medium Buch hinausgehen.


Zu guter Letzt habe ich nur noch die Frage: Gibt es etwas, was du unbedingt noch machen möchtest? Etwas das du dir vielleicht schon ewig wünschst? Ganz egal ob es dabei um ein Buch geht, das du noch rausbringen möchtest oder um eine Reise in ein anderes Land...!


Ich habe noch ganz viele Geschichten im Kopf, die ich gerne veröffentlichen möchte – nicht zwangsläufig als Buch. Ich hätte supergerne mal die Ruhe, um ununterbrochen für ein halbes Jahr nur an einem Projekt zu sitzen, das nur ich unbedingt machen will. Ich will mit meiner Oma nächstes Jahr nach Juist. Und – seit der Neuseelandreise will ich da wieder hin. Für länger.
Jetzt sage ich: Vielen lieben Dank dir für deine Zeit, dein tolles Buch und die vielen Antworten :) Ich freue mich, dass du mitgemacht hast und bin gespannt auf dein nächstes Werk!


Das Interview ist tatsächlich etwas länger geworden, ich bin aber froh, dass die liebe Simone mitgemacht hat!


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Jetzt seid ihr dran! Habt ihr noch eine Frage oder könnt der Autorin ein SciFi-Buch empfehlen? Habt ihr ihr Buch vielleicht sogar schon gelesen? Schreibt es in die Kommentare und vielleicht antwortet sie ja sogar nochmal :)
 
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